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VIR Innovationstage 2026: Warum Nachhaltigkeit nicht mit Perfektion beginnt

VIR Innovationstage 2026: Warum Nachhaltigkeit nicht mit Perfektion beginnt
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Quotes-Joelle-Kremer

VIR Innovationstage 2026: Warum Nachhaltigkeit nicht mit Perfektion beginnt

Die VIR Innovationstage 2026 standen unter dem Motto „Vision 2030“ und boten zahlreiche Impulse für die Zukunft der Reisewirtschaft. Themen wie Künstliche Intelligenz, veränderte Kundenerwartungen, neue Geschäftsmodelle und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen prägten die Diskussionen der zwei Veranstaltungstage.

Auch Midoco war auf zwei Ebenen vertreten: Während unser Geschäftsführer Jörg Hauschild die Fachvorträge und Diskussionen verfolgte und sich mit Branchenvertreterinnen und -vertretern austauschte, durfte ich gemeinsam mit Ulrike Härtel (AERTiCKET) und Lilith Diringer (ChargeHorizons) den Workshop „Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil und Business-Booster – Wo ihr ansetzen könnt“ gestalten.

Wo die Branche aktuell steht

Bereits im Vorfeld des Workshops haben wir die Teilnehmenden zu ihrer aktuellen Situation im Bereich Nachhaltigkeit befragt. Das Ergebnis zeigte ein klares Bild:

Das Interesse am Thema ist vorhanden – die Umsetzung stellt viele Unternehmen jedoch weiterhin vor Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen verfügt derzeit noch über kein definiertes Klimaneutralitätsziel. Gleichzeitig werden Nachhaltigkeitsthemen häufig noch primär mit Umwelt- und Emissionsfragen verbunden, obwohl sie weit darüber hinausgehen.

Als größte Hürden nannten die Unternehmen:

    • fehlende Ressourcen
    • mangelnde Datengrundlagen
    • fehlende Standards
    • unklare regulatorische Rahmenbedingungen
    • fehlende Orientierung bei den ersten Schritten

Besonders interessant war dabei ein weiterer Aspekt: Gewünscht werden vor allem konkrete Best Practices, einheitliche Branchenstandards und praxisnahe Unterstützung – weniger zusätzliche Verpflichtungen.

Nachhaltigkeit beginnt nicht mit Perfektion. Genau hier setzte unser Workshop an. Eine zentrale Botschaft lautete:

Nachhaltigkeit muss nicht mit der perfekten Strategie beginnen.

Auch wir bei Midoco haben nicht mit einem umfassenden Nachhaltigkeits-programm gestartet. Stattdessen haben wir dort begonnen, wo wir unmittelbar Einfluss nehmen konnten. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Ein wichtiger Meilenstein war die Berechnung unseres Company Carbon Footprint (CCF). Dabei verstehen wir den CCF nicht als Selbstzweck oder als "Abschluss" unserer Nachhaltigkeitsarbeit. Für uns ist er vielmehr ein Steuerungsinstrument.

Er hilft uns dabei, die richtigen Fragen zu stellen:

    • Wo verbrauchen wir Ressourcen?
    • Wo entstehen Emissionen?
    • Welche Risiken ergeben sich daraus?
    • Welche Prozesse können wir effizienter gestalten?
    • Wo entstehen gleichzeitig wirtschaftliche Potenziale?

Gerade dieser Perspektivwechsel führte im Workshop zu vielen spannenden Diskussionen. Nachhaltigkeit wurde nicht ausschließlich als Umwelt- oder Compliance-Thema betrachtet, sondern zunehmend als Bestandteil eines modernen Unternehmensmanagements.

Was Unternehmen jetzt brauchen

Die Diskussionen im Workshop machten deutlich, dass viele Unternehmen ähnliche Fragestellungen beschäftigen. Es fehlt häufig nicht am Willen, sondern an Orientierung. Der Austausch innerhalb der Branche zeigte außerdem, wie wertvoll konkrete Praxisbeispiele sind. Erfahrungen anderer Unternehmen helfen oft mehr als theoretische Konzepte und schaffen Sicherheit für die eigenen nächsten Schritte.

Unser Fazit

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Wer macht schon alles perfekt?“ – sondern: „Was ist der nächste sinnvolle Schritt?“

Wir bedanken uns herzlich beim Verband Internet Reisevertrieb (VIR) für die Möglichkeit, diesen Workshop gemeinsam mit der Branche zu gestalten, sowie bei allen Teilnehmenden für den offenen, konstruktiven und praxisnahen Austausch. Ein besonderer Dank gilt auch unseren Workshop-Partnerinnen Ulrike Härtel und Lilith Diringer für die hervorragende Zusammenarbeit. Wir freuen uns darauf, den Dialog über Nachhaltigkeit in der Reisewirtschaft auch künftig weiterzuführen – pragmatisch, lösungsorientiert und mit dem Ziel, nachhaltige Entwicklung und wirtschaftlichen Erfolg gemeinsam zu denken.